Newsletter Mai/Juni 2021                        zurück

Liebe WWVB-Mitglieder,
was gibt es Neues im Verein und in der Umgebung? Nachstehend die interessantesten Neuigkeiten in kurzer Form:
 
- Neue Mitglieder
Wir haben Christoph Böning, Martin Frieden, Josephin Groth, Johannes Klings, Nicole Marz-Lauterbach, Prof. Burkert Pieske und Mirko Michalak als neue fördernde Mitglieder und Heinz Dingler als ordentliches Mitglied aufgenommen. Wir heißen alle neuen Mitglieder herzlich willkommen!
 
- Verschwundene Altglascontainer
Das Bezirksamt hat verfügt, dass die Altglascontainer, die bisher am Eingang zur Strandpromenade standen, ersatzlos entfernt werden. Da am Ende der Jaczostr. (Wendehammer) bereits Altglascontainer stehen, sei das völlig ausreichend. Wir haben beim Bezirksamt diesbezüglich interveniert, bisher aber noch keine Antwort bekommen.
 
- Freitagstreff WA
Wir wollen uns zum ersten Mal seit langer Zeit wieder am 18. Juni um 18:00 Uhr im Vereinsheim zum Klönschnack bei Grillwurst und kalten Getränken treffen. Das Treffen findet im Freien statt mit dem nötigen Abstand, das Vereinsheim ist entsprechend der Coronaverordnung hergerichtet. Sollte es aus rechtlichen Gründen nicht stattfinden können, melde ich mich rechtzeitig. Näheres dazu in den Aushangkästen. Es sind alle WWVB Mitglieder herzlich willkommen.
 
- Neues aus der Umgebung
•Aktuelle Wassertemperatur. Hat jemand heimlich einen Heizsieder ins Wasser gehängt? Die Scharfe Lanke kommt schon auf 20 Grad, selbst gemessen. Die Wassertemperatur und die Windverhältnisse werden tagesaktuell auf einer Tafel am Eingang Steg 2 veröffentlicht.
•Gesunkener Kahn: Polizei wollte eigentlich retten. Erinnern Sie sich an den gesunkenen Kahn an der Parkstraße? War letztens Thema hier im Newsletter. Das Hausboot ist längst eine unfreiwillige Attraktion am Havelradweg. Vor einem Monat war die Polizei so schnell am Ufer vorbeigerast, dass die hohen Wellen ins Boot schwappten und der träge Kahn umkippte. Damit haben selbst erfahrene Kapitäne nicht gerechnet.
Die Wasserschutzpolizei war nicht aus Jux&Dollerei unterwegs, sondern wollte eigentlich ein anderes – brennendes – Boot vor dem Sinken retten. „Zum Zeitpunkt des Unfalls befuhr das mit einer Feuerlöscheinrichtung versehene Polizeiboot diesen Streckenabschnitt, um zu einem brennenden Sportboot zu gelangen. Diese Anfahrt erfolgte mit dazu eingeschaltetem blauen Funkellicht, im Straßenverkehr als Sonderrecht bekannt“, schreibt mir die Polizei. Doch der Einsatz ging schief: Jetzt ermittelt die Polizei gegen sich selbst. Glück im Unglück: Es gab keine Verletzten.
•Jubel bei den Sportfreunden Kladow. Aufgewachsen ist er in Kladow, siehe Tagesspiegel Newsletter: „Ich habe den Sportplatz am Gößweinsteiner Gang gemocht“. Julius Kade, 21, war Junioren-Nationalspieler, A-Jugendmeister, Jungprofi bei Hertha BSC, schaffte aber nicht den Durchbruch. Also ging er zwei Schritte zurück und wechselte zum Traditionsklub Dynamo Dresden – und schaffte am Wochenende den Aufstieg in die 2. Liga.
•Jubel bei Schwarz-Weiß Spandau. Letzte Woche stellte ich die spannende Historie von Schwarz-Weiß Spandau vor. siehe Tagesspiegel Newsletter Doch auch die Gegenwart steckt voller Geschichten: „Was für ein Einstand von unserem ehemaligen Jugendspieler ‚Jacco‘ bei Viktoria in der 3. Liga! Erstes Spiel, erstes Tor im Pokal gegen TeBe“, jubelte der Klub. Shalva Ogbaidze, 19, spielte als Kind im Falkenhagener Feld, wechselte ins Internat des 1.FC Magdeburg und ist georgischer Jugendnationalspieler.
•Jubel bei den Spandauer Kickers. Der Klub aus West-Staaken war beim DFB-Pokalfinale im Olympiastadion zwischen Leipzig und Borussia Dortmund dabei. Und wie? Schiedsrichter Luca Gesch durfte den Pokal überreichen.
•Jetzt kommt doch noch das 2. BVG-Schiff auf dem Wannsee. Seit 70 Jahren fährt die Fähre F10 im Stundentakt über die Havel. Und seit vielen Jahren gibt es die Forderung, diese Schiffsverbindung attraktiver zu machen. Kladower kämen so im Berufsalltag öfter zum S-Bahnhof Wannsee und zurück. Vor allem aber war das Boot in der Coronakrise oft bumsvoll mit Innenstadt-Touris und an Abstand nicht zu denken. Und wenn jetzt die Biergärten aufmachen, wird der Ansturm noch viel größer.
•„Steter Tropfen höhlt den Stein“, sagte auch der Kladower CDU-Politiker Kai Wegner (will Regierender in Berlin werden). „Ich bin froh, dass zumindest zeitweise in den Sommermonaten das zusätzliche Fährschiff eingesetzt wird. So profitieren nicht nur die Pendler, die die Fähre nutzen, um dem morgendlichen Stau im Spandauer Süden zu entkommen, sondern auch die Ausflügler, da insbesondere an den Wochenenden im Sommer oftmals Fahrgäste gar nicht erst mitgenommen werden können. Und es freut mich, dass auch die Ausflugsschiffe nicht ungenutzt herumstehen. Schade eigentlich nur, dass die Senatsverwaltung unserem pragmatischen Vorschlag nicht schon viel eher gefolgt ist.“
Die zuständige Senatsverwaltung für Verkehr um Regine Günther, Grüne, äußerte sich diesmal doch, und zwar kurz nach 11 Uhr in einem Brief an den Spandau-Newsletter – mit überraschenden Aussagen. Denn plötzlich ist auch die Verkehrsverwaltung Fan so einer temporären „Pop-up-Fähre“ und setzt sich nach eigenen Aussagen bereits seit 2014 für ein zweites Schiff ein. Hier der Brief im Wortlaut. Ich hatte nach Gründen für das Umdenken gefragt.
Ein Umdenken der SenUVK hat es nicht gebraucht, im Gegenteil: Vielmehr hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz die BVG vor dem Hintergrund der anhaltenden Pandemie (und der damit einhergehenden weiterhin angespannten Situation der touristischen Fahrgastschifffahrt) darum gebeten, Vorschläge für die Verstärkung ihres Angebots mit Blick auf sommerliche Ziele im innerstädtischen Freizeitverkehr zu machen – auch für die F10. Bislang hat sich dies nicht realisieren lassen. Grund waren fehlende Angebote der Reedereien.
Nach Rücksprache mit dem Betreiber Stern und Kreisschifffahrt GmbH wurde uns als Aufgabenträger dann seitens der BVG vorgeschlagen, in einer auf die Sommerferien beschränkten Zeitspanne ein Schiff im Tagesverkehr zur Verdichtung des Fährverkehrs einzusetzen.
Stern und Kreis bietet vom 24. Juni bis 8. August an: täglich 9 Abfahrten ab Wannsee von 10.30 Uhr 18.30 Uhr bzw. täglich 9 Abfahrten ab Kladow von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr.
Somit entstünde ein 30-Minuten-Takt auf der F10 zwischen 10:00/10:30 und 19:00/19:30 Uhr.
Dies ist insofern für den Fährbetrieb erfreulich, als dass sich bislang jede von SenUVK vorgebrachte Anfrage eines Entlastungsschiffes nur für die Sommermonate von den Reedereien regelmäßig abgelehnt worden war (bereits seit Neuvergabe des Fährbetriebs 2014), da üblicherweise gerade an den attraktiven Wochenenden mit schönem Wetter die Fahrgastschifffahrt selbst alle verfügbaren Schiffe und Personale einsetzt. Bekanntlich ist diese Perspektive pandemiebedingt nach wie vor eingeschränkt.“
Eingesetzt wird die MS Condor, Baujahr 1954. Der Clou: Das Schiff hat ein Freiluftdeck.
Was mir neu war: Der Senat fragt seit 2014 regelmäßig nach einem zweiten BVG-Entlastungsschiff auf dem Wannsee? Noch im November 2020 wurde das ausgeschlossen. Damals teilte die BVG schriftlich mit, dass „die zuständige Senatsverwaltung sich bei der Ausschreibung der Verkehrsleistung für die laufende Vertragsperiode gegen ein zweites Fährschiff ausgesprochen hat. Die Leistung müsste mit der kommenden Ausschreibung regulär bestellt werden. Nur so lässt sich eine Taktverdichtung realisieren.“ Der Sommer kann kommen.
 Das neue Boot der Wasserschutzpolizei ist da und wird in diesem Frühjahr auf der Havel eingesetzt: gegen Raser und aggressive Kapitäne auf dem Wasser. Die Zentrale der Wasserschutzpolizei befindet sich in der Sackgasse der Mertensstraße, versteckt am Havelufer. Baujahr: 1975. 60 Polizisten arbeiten in Hakenfelde. Dort befindet sich auch die Werkstatt, die die 16 Boote in Schuss hält (darunter fünf Oldtimer aus den 60ern). Bis 2027 sollen zwölf neue Polizei-Boote für 14 Millionen Euro angeschafft werden. Denn die Wasserschutzpolizei ist keine gemütliche Winke-Winke-Truppe, sondern wichtig. Das zeigte der Sommer 2020, der im Zeichen des Krachs durch Techno-Boote und nervtötende Raser stand.
Über 1000 Bürgerinnen und Bürger wandten sich hilfesuchend an Polizei und Politik, und CDU und SPD reagierten und klemmten sich dahinter. Ergebnis: Raserkontrollen, neue Lasergeräte, viele Ideen. Und heute stellt die Berliner Polizei hier im Newsletter ihr neues Schnellboot vor.
Das ist kein Speedboot wie in James-Bond-Filmen, sondern ein Schlauchboot mit „Polizei“-Schriftzug und 200-PS-Motor. Ungelenke Kähne hat die Behörde genug im Hafen. Bei dem neuen Polizeiboot handelt es sich um ein so genanntes Festrumpfschlauchboot, auf englisch: RIB. Das ist kein Sprachfehler und heißt nicht etwa Rest in Beace, sondern ‚Ridged Inflatable Boat. Und wer jetzt an ein knallrotes Gummiboot denkt, der irrt, das ist schon etwas handfestes und ungeheuer schnell.
„Unser Boot ist mit einem 200 PS starken Außenbordmotor ausgestattet“, erzählt mir die Polizei. Der Boden besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Vorteile auf der breiten Havel: „leichter Fahrzeugaufbau, kompakte Bauweise, Robustheit und gute Fahreigenschaften sowie eine gute Antriebs- und Steuerungs-/Ruderanlage (Kursstabilität, stabile Gleiteigenschaften, gute Wellengängig- und Manövrierfähigkeit, minimaler Sog und Wellenschlag).“
Zu dem Fahrzeug gehört eine mobile Transporteinrichtung, also ein Bootstrailer. Hat den Vorteil, dass die Polizei mit dem Anhänger flexibler irgendwo hinkommt und sich nicht erst mit der Blaulichtlampe durch die Schleusen quält. Ebenfalls wichtig: „Mit dem RIB sind sehr schnelle Einsatzfahrten möglich, ohne dabei ein erhebliches oder gefährliches Wellenbild zu erzeugen.“ Schließlich muss die Polizei aufpassen, Ruderboote, Segler oder gar Hausboote in Seenot zu bringen – siehe oben.
Und jetzt kommen besonders schöne Grüße an die Raserszene auf der Havel. So, ihr all Zigarrenboote oder wie man euch nennt, hier kommen eure Kumpels von der Polizei: „Mit dem RIB wird die Grundvoraussetzung geschaffen, zeitgemäß und effizient auf eine zwar kleine, aber durchaus profilierungssüchtige und gefahrenverursachende Anzahl von Powerboot- und Jetbike-Nutzenden einwirken zu können“, schreibt die Polizei. „Das RIB wird eingesetzt, um sowohl der ‚Raserszene‘ als auch der Lärmbelästigung auf der Unteren Havel-Wasserstraße im Bereich Scharfe Lanke und Wannsee zu begegnen.“

Und damit kommen wir zu einer klugen Seemannsweisheit ganz am Schluss: „Geht die Sonne auf im Westen, solltest du den Kompass testen.“
 
Ahoi und bleiben Sie gesund!

 

WWVB
Wochenendsiedlung und Wassersportvereinigung Bocksfelde e.V
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